Was sind Schlaraffen ?

 

Schlaraffia ist eine weltweite Vereinigung deutschsprachiger Männer, die verbunden sind durch ihre Maxime


FREUNDSCHAFT, KUNST und HUMOR.


Entstanden ist der Bund vor 150 Jahren in Prag. Schauspieler, Musiker und Künstler kamen in der „Winterung“ (1. Oktober bis 30. April) in wöchentlichen „Sippungen“ zusammen und persiflierten in ihrem Spiel Herrschaftsstrukturen und elitäres und nationalistisches Gehabe in der damaligen Donaumonarchie.

 

Witz und Geist beherrschten die "Sippungen", die nach einem - weltweit gleichen - "Ceremoniale" ablaufen. Der Helm ist aus Stoff, das Schwert aus Holz. So focht man Duelle aus, deren Sieger war, wer den besten Vortrag über ein Thema gehalten hat - und das ist bis heute so geblieben.

 

In der Schlaraffia sind Menschen vieler Nationalitäten und Rassen vereint. Ihr verbindendes Element ist die deutsche Sprache und die Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor.

Die Schlaraffen wirken nach innen. Sie sind nicht auf Außenwirkung bedacht.

 

Was sind Schlaraffen - nicht ?

 

Der Begriff "Schlaraffia®" ist durch den "Allschlaraffenrat" (Vorstand des weltweiten Verbandes "Allschlaraffia") markenrechtlich geschützt. Zu anderen Marken, die den Begriff Schlaraffia enthalten - etwa SCHLARAFFIA-Matratzen - gibt es keinen Bezug. Eine Verbindung zur Freimaurerei besteht nicht: Und auch mit Service-Clubs, wie etwa LIONS oder ROTARY INTERNATIONAL oder mit Karnevalsvereinen wollen die Schlaraffen nicht verwechselt werden.

 

 
 

Das schlaraffische Spiel

 

Gemäß ihrem Wahlspruch "In arte voluptas" (etwa: in der Kunst liegt das Vergnügen) spielen sie dabei ein Spiel, bei dem sie für zwei bis drei Stunden unter wirklich guten Freunden alle Belastungen des Berufs oder persönlichen Umfeldes „vergesssen“ und sich entspannen.

 

Schlaraffischer Inbegriff von Weisheit, Humor und Tugend ist der UHU, der in jeder Burg zu finden ist. Beim Betreten derselben grüßen die Schlaraffen ihn mit einer tiefen Verbeugung, was zugleich das Abstreifen "profaner Schlacken" - also das Sich-ganz-Einlassen auf das schlaraffische Spiel - symbolisiert.

 

Die schlaraffischen Zusammenkünfte laufen in den 261 Reychen in der ganzen Welt nach dem gleichen Muster ab, in Form eines Ritterspieles (Sturmhauben, Helme und Rüstungen sind aus buntem Stoff in den festgelegten Reychsfarben, die Waffen wie Junkerdolch oder Ritterschwert zumeist aus Holz), nach festgelegtem Zeremoniell und (Spiel-)regeln.

 

Die Schlaraffen sprechen eine eigene Sprache mit antiquierten Ausdrücken und Wendungen (Schlaraffenlatein), welche das ritterliche, mittelalterliche Ambiente hervorheben sollen (Schlaraffenlatein) und den Sippungen ihre eigene, humorvolle Note gibt, obschon die schlaraffische Sprache auf der ganzen Welt das Deutsche ist. Dazu gehört auch die Anrede IHR während der Sippungen, auch wenn man sich wie unter Freunden duzt.

 

Während der Sippungen sind Gespräche über Religion, Beruf und Politik „verpönt“ - sie sind aufgeschoben bis zur anschließenden Krystalline (am runden Tisch), weil Alles außerhalb des schlaraffischen Spieles "profan" ist ("die Profaney").

 

Dafür wird sowohl der Alltag persifliert als auch durch Vorträge in literarischer bzw. musikalischer oder künstlerisch-darstellender Form − Fechsungen genannt − das Interesse an der Kunst wachgehalten.

 

Jede Sippung besteht aus zwei Teilen:

 

Der erste Teil ist den „Ambtshandlungen“ gewidmet. Dazu gehören die feierliche Eröffnung der Sippung durch den fungierenden Oberschlaraffen, die Begrüßung der eingerittenen Gäste, d. h. der Sassen anderer Reyche.

Jeder Schlaraffe ist in jedem "Reych" der Welt jederzeit willkommen

 

- ob in Stockholm, Bozen, Paris oder Wien, ob in Johannesburg,

ob in Bangkok oder Perth, Toronto, Mexico, Rio de Janairo,

ob in Vancouver, Boston, Denver, New York,

ob in Kiel, Berlin, Hamburg, München, Bamberg oder Schweinfurt –

 

… und wird mit einer Herzlichkeit begrüßt und betreut, die anderswo ihresgleichen suchen dürfte.

 

Nach der Verlesung des amtlichen Protokolls der vergangenen Sippung durch den Marschall sowie eines humorvollen und karikierenden „nicht-ambtlichen Protokolls“ durch einen Sassen, wird der erste Teil abgeschlossen und es folgt zumeist eine Pause (Unterhaltung und Essen). Während derselben oder auch schon während des ersten Teils wird die Fechsungsliste herumgereicht, auf welche sich jeder Sasse eintragen kann, der plant, im zweiten Teil auf die Rostra (Rednerpult) zu steigen und etwas vorzutragen.

 

Im zweiten Teil der Sippung werden Fechsungen vorgetragen, d. h., jeder kann etwas zum Besten geben - gleich ob Prosa, in Versform oder musikalisch. Dies kann etwas Gefechstes, d. h. Selbstverfasstes, sein, oder man trägt aus dem Werk eines anderen Autors vor. Die Sippungen stehen in vielen Fällen unter einem besonderen Thema, zu dem man etwas fechsen kann, aber nicht muss.

 

 
 

Organisation und Mitgliedschaft

 

Inzwischen existieren weltweit - derzeit 261 - "Reyche" und "Colonien" (lokale Vereine), zusammengefasst in "Allschlaraffia", welche auch die "Allschlaraffische Stammrolle" herausgibt, ein über 1200 Seiten umfassendes Buch, das jeder Schlaraffe jährlich aktualisiert erhält und das einen Überblick über alle "Reyche", "Colonien" und ihre Vorstufen ("Stammtische" und "Feldlager") sowie die "Sassen" (Mitglieder) bietet. Momentan bestehen Reyche in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweden, den USA, Kanada, Mexico, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Brasilien, Argentinien, Thailand, Südafrika und Australien. Die Gesamtzahl der Schlaraffen beträgt etwa 10.500.

 

Neue Mitglieder müssen durch einen Schlaraffen-Ritter ("Pate") als "Pilger" eingeführt werden und eine Probezeit als "Prüfling" absolvieren, ehe sie durch allgemeine Abstimmung ("Kugelung") aufgenommen werden und als Knappe ihre Laufbahn beginnen, die über den Stand des Junkers zum Ritter führt (Ritterschlag).

 

Übrigens: für Außenstehende sind Schlaraffen außerhalb ihrer Sippungen an einer kleinen weißen Perle, die am linken Revers getragen wird, oder häufig an einem UHU-Aufkleber an ihrem Fahrzeug erkennbar.

 

Wenn Ihnen das, lieber Leser, nicht reicht, dann gehen Sie zu www.schlaraffia.org

 

 

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